Evaluationsergebnisse

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Andreas Noack
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Evaluationsergebnisse

Beitrag von Andreas Noack » 09.01.2017 14:17

Da sich unser FSR leider nicht traut, die Ergebnisse der Lehrevaluationen online bzw. in digitaler Form zu veröffentlichen, habe ich diese mal für den Zeitraum seit dem WS2010 zusammengetragen und versucht, sie in tabellarischer Form vergleichbar gegenüberzustellen (ob mir das gelungen ist, sei mal dahingestellt; oft gibt es Lücken bei einigen Lehrveranstaltungen, besonders im Hauptstudium).

Hintergrund war ursprünglich die Frage, ob aus den Bewertungen Trends erkennbar sind und ob die Evaluation vielleicht zu einer - subjektiven - Verbesserung der Lehre führt, was ja wohl das Ziel dieser Befragungen sein soll (mir persönlich ging das Theater mit den Fragebögen immer auf den Keks. Habe nie einen wirklichen Sinn darin erkennen können; mir erschien es eher als eine Art Automatismus, der nix am Status-Quo ändert und den bisher bloß noch keiner in Frage gestellt hat. ).

Bei der Zusammenstellung habe ich dann festgestellt, dass oftmals schon gar keine Vergleichbarkeit gegeben ist, da nicht jede Veranstaltung - zumal mit dem gleichem Dozenten - lückenlos bewertet wurde. Und wenn ich mir die Zahlen einiger Vorlesungen so ansehe, dann erkenne ich eigentlich auch keine großartigen Veränderungen über die Semester. Wozu das Ganze also? Insgesamt lese ich daraus keinen tatsächlichen Nutzen der EVA. Mich hat die nähere Beschäftigung damit eher in der Auffassung bestärkt, dass es reine Bürokratie ist und unnötig Zeit und Geld kostet. Die Zeit für so einen Fragebogen wäre am Ende sicher besser darin investiert, mit den Dozenten persönlich zu reden, falls es mal Probleme gibt.

Oder wie seht ihr das?
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Hans Oberlander
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Re: Evaluationsergebnisse

Beitrag von Hans Oberlander » 10.01.2017 00:26

Der nutzlose FSR hat nunmal keine Eier und versucht krampfhaft sein Dasein zu rechtfertigen. Aber meine Abneigung gegen des FSR ist ja allgemein im Forum bekannt.

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ThatGuy
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Re: Evaluationsergebnisse

Beitrag von ThatGuy » 14.01.2017 18:13

So pauschal würd' ich's nun auch nicht formulieren. Der Fachschaftsrat ist ja nicht nur eine Person. Schon gar nicht immer dieselbe. Ich würde allerdings zustimmen, dass der FSR schon deutlich selbstbewusster auftreten und öfter mal die Zähne zeigen sollte. Gerade bei sowas Banalem wie dieser Lehrevaluation, wo einige Dozenten der Veröffentlichung widersprechen (was meiner Meinung nach totaler Blödsinn ist - so unglaublich wichtig sind die Zahlen doch ohnehin nicht). Der FSR Maschinenbau z.B. hat es auch hinbekommen, die Ergebnisse ihrer EVA auf der Webseite zu präsentieren, sogar noch grafisch aufbereitet (finde es gerade nicht mehr wieder, nachdem die TU-Seiten jetzt alle neu gemacht werden).

Übrigens: zum Thema EVA kenn' ich noch 'ne lesenswerte Meinung eines Mathematik-Profs.

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Re: Evaluationsergebnisse

Beitrag von chaosbastler » 14.01.2017 18:48

Also ich möchte der These der Nutzlosigkeit widersprechen.
Ich fand es als Tutor schon hilfreich wenigstens irgendein Feedback zu bekommen, auch wenn ich weiß, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ (nur wer in der VL ist kann bewerten, d.h. v.a. motivierte Studenten bewerten überhaupt) sind. Für Tutoren ist das Hauptproblem der zeitliche Versatz von Evaluation und Auswertung, das Semester ist bei der Auswertung schon größtenteils gelaufen.

Im direkten Gespräch kann man seinem Prof sicherlich theoretisch besseres Feedback geben - praktisch wüsste ich kaum einen Prof, bei dem ich das tatsächlich machen würde. Persönliches Feedback an Personen, die einen später eventuell bewerten, ist immer problematisch.

Neben der Verbesserung der Lehre hat die Evaluation übrigens noch einen weiteren Nutzen: Studierenden können beim Wahlpflichtprogramm eine Orientierung bekommen und zumindest die großen Ausreisser nach unten vorher erkennen. Dafür wäre eine gute Online-Aufbereitung der Ergebnisse allerdings wirklich hilfreich.

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ThatGuy
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Re: Evaluationsergebnisse

Beitrag von ThatGuy » 17.01.2017 10:24

chaosbastler hat geschrieben:Ich fand es als Tutor schon hilfreich wenigstens irgendein Feedback zu bekommen, auch wenn ich weiß, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ [...] sind. Für Tutoren ist das Hauptproblem der zeitliche Versatz von Evaluation und Auswertung, das Semester ist bei der Auswertung schon größtenteils gelaufen.
Habe ebenfalls ein paar Erfahrungen als Mathetutor machen können. Für mich war es damals eine Herausforderung, das vorgegebene Pensum in den Übungen zu absolvieren und den Stoff ordentlich aufzuarbeiten und rüberzubringen. Keine Frage, dass man sich da auch eine Rückmeldung von den Studenten wünscht - was man besser machen und verständlicher erklären könnte, wo es Defizite gibt und worauf man ggf. noch mal näher eingehen sollte.

Dafür braucht man allerdings keine Evaluation, das geht auf direktem Wege schneller und unkomplizierter. Zum Beispiel gibt man den Leuten seine E-Mail-Adresse und bietet ihnen auf die Art ein offenes Ohr; funktioniert zur Not auch anonym über einen Wegwerf-Mailaccount oder per Mail an den Prof. Die EVA ist da im Grunde nur unnötige Bürokratie. Von den Ergebnissen hab ich damals jedenfalls nie etwas mitbekommen.
Im direkten Gespräch kann man seinem Prof sicherlich theoretisch besseres Feedback geben - praktisch wüsste ich kaum einen Prof, bei dem ich das tatsächlich machen würde. Persönliches Feedback an Personen, die einen später eventuell bewerten, ist immer problematisch.
Das kommt sicher darauf an, wie man es formuliert. Wenn die Kritik höflich verpackt ist, sollte Dir keiner 'nen Strick daraus drehen können. Notfalls wäre, wie gesagt, eine anonyme Kontaktmöglichkeit zu erwägen. Das direkte Gespräch hat allerdings den unbestreitbaren Vorteil, dass es ehrlicher wirkt, man besser aufeinander eingehen und auch Zwischentöne wahrnehmen kann. Plus Du lernst den Prof. dabei vielleicht mal von einer anderen Seite kennen und einzuschätzen. Und der- oder diejenige bekommt mit, dass Du Dich interessierst und wo der Schuh drückt. Das kann durchaus auch positiv wirken. Letzten Endes wirst Du früher oder später im Leben ohnehin mit solchen Menschen umgehen lernen müssen.
Neben der Verbesserung der Lehre hat die Evaluation übrigens noch einen weiteren Nutzen: Studierenden können beim Wahlpflichtprogramm eine Orientierung bekommen und zumindest die großen Ausreisser nach unten vorher erkennen. Dafür wäre eine gute Online-Aufbereitung der Ergebnisse allerdings wirklich hilfreich.
Die Verbesserung der Lehre halte ich, wie gesagt, eher für ein Versprechen, das nicht eingelöst wird. Und für Meinungen zu bestimmten Wahlpflichtmodulen etc. kann man ruhig mal bei den "alten Hasen" nach ihren persönlichen Eindrücken fragen. Dafür müssen die Leute bloß aus ihren Gated Communities a.k.a. Facebook-Gruppen rauskommen und sich hier im Forum melden. Mich hatte zuletzt auch jemand nach meiner Einschätzung von Zerstörungsfreie Prüfung gefragt (was ich vor allem wegen des interessanten Praktikums empfehlen konnte).

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Re: Evaluationsergebnisse

Beitrag von Andreas Noack » 19.01.2017 18:47

Habe mittlerweile schon von einigen Dozenten zu hören bekommen, dass das Kommentarfeld wohl noch das Sinnvollste an den Evaluationsbögen sei :lol:.

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Re: Evaluationsergebnisse

Beitrag von ThatGuy » 31.01.2017 14:47

ThatGuy hat geschrieben:Der FSR Maschinenbau z.B. hat es auch hinbekommen, die Ergebnisse ihrer EVA auf der Webseite zu präsentieren, sogar noch grafisch aufbereitet.
Ich muss mich korrigieren; wenn man sich mal die Mühe macht und die offiziellen Dokumente des ZQA liest (ja ja, RTFM, ich weiß), lernt man doch Einiges mehr über das Thema:
  • Die Notwendigkeit der Lehrveranstaltungsevaluation wird mit den Regelungen der Evaluationsordnung der TU Dresden (§7 Abs. 4) in Verbindung mit §9 Abs. 3 des Sächsichen Hochschulfreiheitsgesetzes (SächsHSFG) begründet. Insofern hat unsere Staatsregierung uns also die EVA mit eingebrockt.
  • Zielstellung ist zum einen die Verbesserung der Lehre durch studentisches Feedback für die Lehrpersonen selbst, zum anderen die Beurteilung der Lehrsituation durch die Hochschule im Rahmen ihres Qualitätsmanagements. Am tatsächlichen Nutzen habe ich, wie schon gesagt, meine Zweifel.
  • Die Auswahl der zu evaluierenden Lehrveranstaltungen geschieht durch die Studienkommission. Die Lehrenden sollen dabei mindestens alle drei Jahre eine Lehrveranstaltung evaluieren lassen.
  • Lehrpersonen müssen eine Einwilligungserklärung für die Erhebung und Auswertung der Fragebögen ihrer Lehrveranstaltung ausfüllen. Darin legen sie fest, wie mit den Daten verfahren wird (Weitergabe an Studienkommission, Veröffentlichung per Aushang oder Online). Offenbar widersprechen also viele Dozenten einer Onlineveröffentlichung.
  • Die Lehrpersonen sollen die Evaluationsergebnisse in einer der letzten Vorlesungswochen mit den Studenten besprechen. "Die Studienkommission informiert sich über diesen Prozess und wertet ihn aus. Anschließend berichtet sie darüber und über die gezogenen Schlussfolgerungen im Jahresbericht der Studienkommission und im Lehrbericht der Fakultät."
    Keine Ahnung, wo der Jahresbericht der Studienkommission nachzulesen ist. Den Lehrbericht jedenfalls findet man hier - ist allerdings nicht besonder aufschlussreich.
BTW: Bei der Neugestaltung der Lehrveranstaltung Systemtheorie unter Prof. Jorswieck sind u.a. Anregungen von Studenten aus der Evaluation, aber auch aus persönlichen Gesprächen nach der Vorlesung und in den Übungen mit eingeflossen, wie seine Präsentation innerhalb der Studienkommission im WS2015/16 aufzeigt.

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