Kritik an der Bondingmesse?!

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Hans Oberlander
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Kritik an der Bondingmesse?!

Beitrag von Hans Oberlander » 05.05.2011 14:37

Was gibt es denn bitte für Kritik an der Bondingmesse?

Heute gelesen in der CAZ: http://caz-lesen.de/tl_files/archiv/pdf ... -05-02.pdf Seite 8:

Sinngemäß die 3 Kritikergruppen aus der CAZ übernommen:

1. Wo ist denn das Problem mit Rüstungsfirmen? Rüstung ist ein wichtiger Exportfaktor Deutschlands. Warum sollen solche Firmen nicht herkommen und ausstellen und die TU nicht mit ihnen zusammenarbeiten? Die TU Dresden hat das Geld ja wohl nicht nötig?! Sicher kommt das Genörgel wieder von den Geisteswissenschaftlern die dort so und so keine Arbeit finden würden.

2. Was erwarten die Geisteswissenschaftler / Hartz-4-Studiengänge denn? Das Firmen wie Bosch und Siemens Unmengen an solchem Personal brauchen? In diesem Bereiche ist alles gesättigt, da sie kaum einer braucht, kommt auch keiner für sie auf die Messe.

3. Wer sich in unbezahlte Praktika drücken lässt ist selber schuld. Praktikanten haben gesetzlich immer den Anspruch auf eine Entlohnung nach Mindeststandards (Ungelernte), auch wenn im Arbeitsvertrag nicht vereinbart. Da kann man dann je nach Nutzen des Praktikums für einen selber überlegen ob man Geld haben möchte oder nicht.

Die Idee der Messe ist doch ausgezeichnet: Man kann mit Firmenvertretern reden und somit potentielle Arbeitgeber finden. Wenn man weiß was man später mal machen will kann man da auch abklären welche Firmen zu einem passen.

Aber nein, in Deutschland müssen wieder die Hartz-4-Studiengänge und die Geisteswissenschaftler, die oft genug selber vom Sozialstaat leben sowie einige andere Knallköppe so eine gute Messe blockieren. So ein Schwachsinn gibt es nur in Deutschland, wo die Nutzer des Sozialstaates den Leistenden des Sozialstaates das Bein stellen. Wo anders (in Leistungsgesellschaften) würden sich die Leute bei sowas an den Kopf greifen, da ist die Zusammenarbeit mit Rüstungsfirmen kein Thema. Aber die TU Dresden hat es ja.

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Morpheus
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Re: Kritik an der Bondingmesse?!

Beitrag von Morpheus » 05.05.2011 17:54

generell würde ich schon prüfen, ob die entwicklung einer firma zum zwecke zivilschutz oder kriegsführung ausgelegt ist.

wir müssen uns nicht wundern, wenn in den arabischen ländern die regierungen mit schwersten waffen gegen ihre bevölkerung losgehen, wenn wir denen das zeug vor 2 jahren verkauft haben, um mal die aktuellen geschehnisse aufzugreifen.

es gibt auch genug andere firmen, mit denen die uni zusammenarbeiten kann.

die firmen grundsätzlich von einer solchen messe ausschließen würde ich trotzdem nicht, weil es ist ja den leuten überlassen, ob sie dort arbeiten wollen oder nicht.
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JanStre
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Re: Kritik an der Bondingmesse?!

Beitrag von JanStre » 05.05.2011 21:43

Kritikpunkt 2 ist eh nicht zu verstehen,

wir sind nicht umsomst eine Technische Universität - jedenfalls vom Namen her noch...
das sollte jeder wissen, der sich hier immatrikulieren lässt.
Jammern könn wir wie kein zweites Volk auf der Erde. Diese Perfektion müssen wir natürlich anwenden...

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Re: Kritik an der Bondingmesse?!

Beitrag von Annalein » 05.05.2011 22:08

Also ich bin dafür einen Arbeitsamt-Stand für die Geistenwissenschaftler aufzustellen :D :D Dann können die sich ni mehr beschweren, für die gäbe es keine Firmen...
Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Grundunterschied zwischen Hund und Mensch.

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Re: Kritik an der Bondingmesse?!

Beitrag von jcm » 05.05.2011 22:34

Annalein hat geschrieben:Also ich bin dafür einen Arbeitsamt-Stand für die Geistenwissenschaftler aufzustellen :D :D Dann können die sich ni mehr beschweren, für die gäbe es keine Firmen...
Der Vorschlag sollte doch mal offiziell den Veranstaltern nahegelegt werden.

Mal zum Thema "Rüstungsfirma": Woher bekommt denn wohl das SEK und Co. seine Waffen? Die haben mindestens genauso schweres Gerät am Start wie die BW. Spätestens wenn einer der Kritiker, oder jemand aus deren Familie 'ne Knarre an den Kopf gehalten bekommt oder in eine gelegentlich auch mal in Deutschland stattfindende Geiselnahme gerät, werden diejenigen sich freuen, wenn das SEK nicht mit Wasserpistolen oder nur mit Knüppeln bewaffnet anrücken muss.

Genauso verhält es sich mit der Funktechnik: Hat eigentlich jemand gegen Rhode und Schwarz protestiert? Die bauen Funktechnik für's Militär!!! OMG!!! Aber gleichzeitig auch für die Polizei.
Oder gab es proteste gegen Infineon/AMD/AMTC... alles Mikroelektronikhersteller, deren Chips oder nur bestimmte davon irgendwann mal in Militärtechnik landen - ob's nun Notebooks sind oder Funkgeräte...

Mal über'n Tellerrand schauen!!!

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Hans Oberlander
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Re: Kritik an der Bondingmesse?!

Beitrag von Hans Oberlander » 05.05.2011 22:55

Ich hätte selbst mit Firmen die fast 100 % in der Rüstung arbeiten wie Krauss-Maffei Wegmann und Heckler & Koch kein Problem. Immerhin sind das sichere Arbeitsplätze :) Außerdem könnten da doch mal interessante Studienarbeiten rausspringen :D

Revo
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Re: Kritik an der Bondingmesse?!

Beitrag von Revo » 06.05.2011 18:07

Oh mann...
wie wieder jede meiner Klischees von meinem eigenem Studiengang hier bestätigt werden ;).

Find es ganz in Ordnung auch immer wieder auf das Thema aufmerksam zu machen.
Ob man nun bei einem größerem Rüstungsunternehmen ( udn ich mein jetzt nich nur klassisch H&K oder so) anheuert muss jeder dann sowieso bei der Bewerbung selber entscheiden.

Andererseits sähe es die letzten Jahre ganz ohne Rüstungsexporte in Dt. eher dunkel aus (wirtschaftlich gesehen)...
(was einem aber eher zu denken geben sollte :? )

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