Gedenken an Widerstand im Nationalsozialismus

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ic65
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Gedenken an Widerstand im Nationalsozialismus

Beitrag von ic65 » 21.07.2007 16:28

Zum 20. Juli gedachte die Bundesregierung wieder des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Bei dieser Feier war auch die Bundeswehr stark vertreten und und es wurde das traditionelle Gelöbnis gesprochen. Dieses Gelöbnis soll daran erinnern, daß Recht und Freiheit keine Selbstverständlichkeit seien.
Was heißt das? Der Widersand gegen Adolf Hitler wird als Schritt in die richtige Richtung, in Richtung Recht und Freiheit angesehen. Das sind Werte, für die auch die Bundeswehr eintreten möchte.
Doch das Gelöbnis der Soldaten verpflichtet sie auch, der Bundesrepublik treu zu dienen. Sie gliedern sich in eine Armee ein. Das Grundprinzip einer funktionierenden Armee ist, daß Befehle, die erteilt werden, ausgeführt werden. Dieses Prinzip, das auch von heutigen Soldaten erwartet wird, wurde von Stauffenberg und seinen Mitstreitern nicht befolgt, was die Bundeswehr heute unterstützt. Hätten damals alle Soldaten dem Recht und der Freiheit willen Befehle verweigert, dann hätte Stauffenberg weder einen Anschlag auf Hitler verüben müssen, noch wären Millionen von Menschen getötet worden.
Es wäre schön, wenn wir sagen könnten, daß die deutschen keinen zweiten Weltkrieg geführt haben, da potentielle Soldaten den Kriegsdienst verweigerten. Wenn man jedoch diese Ansicht unterstützt, sollte man keine Armee besitzen. Paradoxerweise spricht sich jedoch die deutsche Armee selbst für diese Ansicht aus.
Ein Anschlag von Bundeswehrsoldaten auf Angela Merkel, wegen strittiger Auslandseinsätze der Bundeswehr, wäre sicherlich nicht im Interesse unserer Regierung. Hierbei soll Angela Merkel keineswegs mit Adolf Hitler gleichgestellt werden. Das Prinzip ist jedoch das gleiche.
Über diesen Widerspruch sollten sich die Bundeswehr und die Regierung tiefgründig gedanken machen.

Richard

PS: Es gibt sicherlich wichtigere Themen, aber irgendwie finde ich diesen Widerspruch doch ganz schön krass.

Saddam-at-home
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Gedenken an Widerstand im Nationalsozialismus

Beitrag von Saddam-at-home » 21.07.2007 18:21

[quote=Richard] Es wäre schön, wenn wir sagen könnten, daß die deutschen keinen zweiten Weltkrieg geführt haben, da potentielle Soldaten den Kriegsdienst verweigerten. Wenn man jedoch diese Ansicht unterstützt, sollte man keine Armee besitzen. [/quote]

<== nicht schlüssig
There is an old saying about making money in Israel: If you want to leave Israel with a million bucks, start with two million.

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Juergen
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Beitrag von Juergen » 21.07.2007 19:09

schreibst du keine prüfungen dieses semester???

ic65
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Gedenken an Widerstand im Nationalsozialismus

Beitrag von ic65 » 21.07.2007 19:28

[quote]<== nicht schlüssig[/quote]

Ich denke schon, daß es schlüssig ist. Wenn eine Armee eine Kriegsdienstverweigerung für einen \"guten Zweck\" gutheißt, Befehlsverweigerung in den eigenen Reihen jedoch nicht erwünscht sind, wobei ich der Meinung bin, daß es bei der Bundeswehr und bei jeder anderen Armee auch so ist, ist dies ein Widerspruch. Dies könnte höchstens damit gerechtfertigt werden, daß man sagt, die andere Armee wollte etwas böses, während wir nur richtige Entscheidungen treffen, so daß es keinen gerechtfertigten Grund für eine Befehlsverweigerung gibt. Doch ernsthaft kann dies wohl niemand von seiner Militärführung behaupten. Wenn man nun mit der Einsicht lebt, daß man falsche Entscheidungen treffen kann und Kriegsdienstverweigerung zum \"guten Zwecke\" befürwortet, darf man keine Armee führen, bei deren Eintritt die Soldaten treues Dienen geloben.

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Beitrag von ic65 » 21.07.2007 19:30

[quote]schreibst du keine prüfungen dieses semester???[/quote]

Doch - noch zwei. Und dann NIE wieder welche :-) .

Aber man muß ja auch das Weltgeschehen beobachten und etwas philosophieren. Sonst verkommt man ja geistig.

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Gedenken an Widerstand im Nationalsozialismus

Beitrag von Fipps der Affe » 21.07.2007 22:45

In unserm Gelöbnis hieß es : \"Ich gelobe das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen\", oder so ähnlich. Wir haben keinen Eid auf Gerhard Schröder geleistet, sondern nur gelobt, dem Vaterland treu zu dienen.
Das heißt nicht, daß ich mich als Soldat nicht Befehlen wiedersetzen darf, wenn diese die Menschenrechte verletzen. Dies wäre im Fall von Hitler gegeben, im Fall der Bundesregierung wohl kaum.
Stauffenbergs Attentat bleibt daher eine ehrwürdige Tat, der auch in der Bundeswehr zu recht gedacht wird. Schließlich hat er sein Leben für das Wohl des deutschen Volkes eingesetzt. Die damalige Siuation ist mit der heutigen nicht vergleichbar.

Was soll man denn in der Armee geloben, jeder macht, was er will? Da können sich die ausländischen Mächte ja schonmal auf eine leichte Beute einstellen!
Ich könnte im Leben viel erreichen, wenn ich nicht so saubescheuert wäre!

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Beitrag von Morpheus » 21.07.2007 22:49

also wenn man sich mal die bundeswehrsoldaten der letzten zeitungsartikel anschaut, braucht man eh nicht auf mitdenken zu hoffen: ein paar fahren sich besoffen auf dem kasernengelände zu tode und die anderen sind der meinung es mit einem 160 km/h schnellen zug in nem pkw aufzunehmen. anscheinend hat jemand vergessen \"deckung\" zu brüllen.

versteht mich nicht falsch, will damit nicht sagen, dass alle so sind, aber man fragt sich bei solchen meldungen wirklich, ob man solchen leuten ne waffe in die hand geben sollte !
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Beitrag von fabian » 21.07.2007 23:24

[quote]versteht mich nicht falsch, will damit nicht sagen, dass alle so sind, aber man fragt sich bei solchen meldungen wirklich, ob man solchen leuten ne waffe in die hand geben sollte ![/quote]
Oder ob mal statt Bild auch mal eine Zeitung lesen soll.
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Beitrag von ddd » 22.07.2007 09:57

he richard, es scheint ja fast so als würdest du denken, dass du ahnung hast von dem was du schreibst.

aber echtmal, denk nochmal drüber nach - besonders unter berücksichtung \"was ist ein befehl?\"

so wie sich das anhört warst du ein kdv. und in geschichte hast du auch ni aufgepasst.

nimms ni persönlich

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Beitrag von Currahee1 » 22.07.2007 10:22

Echt mal, denk doch mal zu ende. Was ist denn der Sinn der Bundeswehr? Doch genau dieses Recht und die Freiheit zu verteidigen. Wäre natürlich schön, wenn wir das nicht nötig hätten, so wie das mittlerweile auch schon einige sehen. Dann könnten wir sicherlich auf die Bundeswehr verzichten. Leider ist es nicht so. Dieser Trugschluss kommt sicherlich in erster Linie durch die Veränderungen, die die Armeen der freien Länder der Welt hinsichtlich weltpolitischer Ereignisse durchmachen müssen. Die Aufgaben heute sind nicht mehr in erster Linie die direkte Verteidigung der Staatsgrenze gegen andere Armeen. Dies muss in Zukunft auch bedacht werden. Dann können andere Wege beschritten werden, z. B. eine kleinere Armee, die nur noch aus gut ausgebildeten Berufssoldaten besteht. Sicherlich müssen da noch weitere Faktoren berücksichtigt werden, aber darüber nachdenken lohnt sich schon mal.
Und zum Thema Befehle bei der Bundeswehr: Ganz am Anfang der AGA sind wir über unsere Rechte und Pflichten im Dienste der Armee aufgeklärt worden. Da wurde auch ganz genau geregelt, welche Befehle befolgt werden müssen. Diese dürfen nämlich nicht gegen geltende Gesetze verstoßen. Sicher, Gesetze können sich ändern, wie es ja in den Zeiten des Nationalsozialismus auch war. Aber wenn dies in einer Art und Weise wie zu Zeiten des 3. Reichs geschieht, ist es in erster Linie Aufgabe des Volkes, aufzubegehren. Man sollte das dann nicht an den Soldaten festmachen, wenn sie geltendes Recht befolgen und damit Schaden anrichten.
Nun ist das alles leichter gesagt als getan. Wann ist denn der Punkt zum Widerstand erreicht? Das muss sich jeder selber Fragen. Deshalb ist es nicht nur die Pflicht eines Soldaten, sondern die Pflicht jedes Bundesbürgers, sich mit der politischen Situation zu beschäftigen, darüber nachzudenken und sich dementsprechend zu entscheiden. Soll heißen, das niemals wieder solchen reaktionären Kräften die Chance gegeben werden sollte, so viel Macht zu erlangen und so viel Unheil anzurichten. Als Demokrat ist es der erste Schritt und die allererste Pflicht von seinem Stimmrecht gebrauch zu machen.
So, jetzt Codierungstechnik

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Beitrag von Erik mit k » 22.07.2007 12:04

Man kann die Zeiten des 3. Reiches und heute ja mal gar nicht vergleichen. Wie Currahee1 scho meinte, sind die Aufgaben der Bundeswehr doch grundverschieden zu dem was sie damals waren. Aber auch mal davon abgesehen. Wer hätte sich denn damals wirklich gegen das System aufgelehnt. Die Angst war doch sehr stark verbreitet und jeder hängt doch im Endeffekt ziemlich an seinem eigenen Leben. Sich da Aufzulehnen bedarf schon einiges. Das ist nicht so einfach wie sich das jeder vorstellt. Den Menschen die das dann tatsächlich getan haben kann man gar nicht genug Ehre zusprechen.

Wenn man schließlich heutzutage viele reden hört, dann möchte man ja meinen, dass wenn wir damals alle gelebt hätten jeder im Widerstand gewesen wäre. Aber das ist ja wohl ein riesiger Trugschluß.... Das kann man einfach nicht mit heute vergleichen.
\"Mir muss eine Sache Spaß machen, sonst werde ich krank.\" - Heinrich Böll

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Beitrag von ic65 » 22.07.2007 13:20

[quote]so wie sich das anhört warst du ein kdv. und in geschichte hast du auch ni aufgepasst.[/quote]
Ja, ich bin ein Kriegsdienstverweigerer. Und warum habe ich in Geschichte nicht aufgepaßt?

[quote]Da wurde auch ganz genau geregelt, welche Befehle befolgt werden müssen. Diese dürfen nämlich nicht gegen geltende Gesetze verstoßen. Sicher, Gesetze können sich ändern, wie es ja in den Zeiten des Nationalsozialismus auch war. Aber wenn dies in einer Art und Weise wie zu Zeiten des 3. Reichs geschieht, ist es in erster Linie Aufgabe des Volkes, aufzubegehren.[/quote]
Aber das ist doch genau der Widerspruch, den ich meine. In beiden Fällen behauptet die Regierung, nach dem Gesetz zu handeln. Im Falle des dritten Reiches sagt die heutige Regierung jedoch, es war richtig, sich dem Gesetz zu widersetzen, während sie erwartet, daß die heutigen Soldaten das Gesetz befolgen. Wie gesagt, diese Aussage wäre meiner Meinung nach nur gerechtfertigt, wenn man eine \"fehlerfreie\" Regierung und Gesetzeslage hat. Doch dies zu behaupten wäre hochgradig naiv, zumal in den letzten 9 Jahren viele, in der Öffentlichkeit kritisch betrachtete, Einsätze der Bundeswehr stattfanden.
Du, Currahee1, sagst selber, man muß sich selbst Gedanken machen, wie weit man es mit dem Gewissen vereinbaren kann, keinen Widerstand zu leisten. Da stehe ich hundertprozentig hinter. Nur ist es eben nicht mit der gesetzlichen Lage vereinbar.


Zu Erik mit k: Man sollte die damaligen Verhältnisse nicht mit den heutigen gleichsetzen. Doch Vergleichen sollte man immer, bin ich der Meinung.
Ich habe auch sehr großen Respekt vor Stauffenberg und seinen Gleichgesinnten, von denen viele bereit waren, für ein Ende des dritten Reiches ihr Leben zu opfern. Ob ein Anschlag die richtige Lösung war, bin ich mir nicht sicher. Jedoch ist es sicherlich für einen Angehörigen des Militärs eine plausible Lösung.
Ich weiß, daß man heute schnell über die damaligen Menschen urteilt. Ob ich selbst im dritten Reich den Kriegsdienst veweigert hätte, weiß ich nicht. Daher wäre es auch falsch, damit zu \"prahlen\", man hätte damals Widerstand geleistet. Aber ich bin mir sicher, daß es richtig gewesen wäre.

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Beitrag von Erik mit k » 22.07.2007 13:41

Selbstverständlich wäre es richtig gewesen. Aber man kann nur Dinge vergleichen die in gewisser Weise ähnlich sind. Da aber die damilige Zeit und die heutige ja grundverschieden sind, kann man da auch keine Vergleiche durchführen. Das geht einfach nicht. Man kann ja gut und gerne über die einzelnen Sachen unterhalten. Wie war es damals und wie ist es heute, aber dazwischen kann man nichts vergleichen. Das sind zwei verschiedene Sachen.
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Gedenken an Widerstand im Nationalsozialismus

Beitrag von Pluto » 22.07.2007 16:06

ich weiß nicht genau woran es liegt, aber das is seit einiger zeit der erste thread über ein politsches thema bei dem niemand den anderen beleidigt..

bin stolz auf euch, weiter so...
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Beitrag von FruF » 22.07.2007 18:26

m,n ich fidns schade das ich nich mitmachen kann
die posts sind zu lang !! die kann ich noch nich lesen...
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Gedenken an Widerstand im Nationalsozialismus

Beitrag von Hans Oberlander » 22.07.2007 21:16

Es waren Soldaten wie andere auch. Sie haben die Befehle ausgeführt, die man ihnen befohlen hat. Stauffenberg war ein Stümper und wenn noch son lausigen Film rauskommt sollte man den Hitler-Pro Knopp als Stauffenberg spielen lassen ;-)

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