Diskokugel per Dynamo am Netz betreiben

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Yoris
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Diskokugel per Dynamo am Netz betreiben

Beitrag von Yoris » 31.01.2007 19:06

Moinsen,

nen Kumpel will ne Diskokugel mithilfe eines Fahrrad-Dynamos zum Drehen bringen. Dabei hat er nen 230V-Kabel aus der Decke und nen Trafo, der die Spannung auf 6V runtertransformiert, am Start. Der Dynamo is ja quasi ein Wechselstrom-Generator, muesste ja auch umgekehrt gehen. Aber wie bekommt man die 50Hz aus der Dose runtergetrimmt?

Danke fuer zahlreiche, geistig hochwertige Antworten!

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Hoffi
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Beitrag von Hoffi » 31.01.2007 19:16

mit nem frequenzumrichter!
Lieber spät als nie!
Ich denke also bin ich..

Ich stand bis zum Hals in der Scheiße,da sprach eine Stimme zu mir:\"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!\"
Ich lächelte und war froh und es kam noch schlimmer..

MartinZippel
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Beitrag von MartinZippel » 31.01.2007 19:19

Sorry, dass das keine [quote]geistig hochwertige[/quote] Antwort ist, aber hatten wir nicht mal mehr als nur einen unbestimmten Artikel?

Yoris
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Diskokugel per Dynamo am Netz betreiben

Beitrag von Yoris » 31.01.2007 19:27

@Zippel: Raushalten, wer keine Ahnung hat!

Ich hab beim kurzen googlen nur Frequenzumrichter um die 150,-Euro entdeckt, gibt\'s das auch in billig (~10 Euro)? Oder ne lukrativere Loesung?

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Beitrag von christl.air » 31.01.2007 19:47

Wie wäre es mit einem Getriebe?

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Beitrag von Yoris » 31.01.2007 19:52

@christl.air:
meinst du Zahnrad-Umsetzung? Das ist vielleicht etwas aufwaendig, geloetet ist ja schnell. Zahnraeder hatten wir auch schon in Betracht gezogen, aber es ist ja nicht fuer ne riesige Tanzflaeche gedacht, sondern fuer athmosphaerisches Kochen und Besaufen in der heimischen WG-Kueche.
Wenn du aber was anderes meintes, dann berichtige mich bitte.

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Beitrag von Piet » 31.01.2007 20:24

... gibt Dinge wo sich das selbst bauen einfach nicht lohnt. Das wäre hier der Fall.
Beim ebay gibts schon für Unter 10 Euro fertige Spiegelkugel-Motoren mit 3 U/min.
Oder wenns noch billiger sein muss dann Getriebemotor vom Pollin mit Trafo.
...Kennlinien sagen mehr als 1000 Worte!

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Beitrag von Psychodoc » 31.01.2007 21:30

ich finds persönlich nen bissl viel... die Punkte flitzen nur so umher, hat schonmal jemand son Ding langsamer gepimpt ???

... ich hab mir son Motor noch nie von dichter angeschaut... , vielleicht gibts ja erfahrungen...

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Beitrag von netAction » 01.02.2007 14:10

Ein Dynamo läuft nicht von selbst an, also kannst Du den vergessen.
Als Getriebemotor bietet sich ein Servo von Conrad für 5 Euro an. Steuerplatine, Poti und Anschlag raus, 4V DC ran, fertig. Die Drehscheibe geht super zum Befestigen der Kugel.

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Beitrag von Frankynstone » 01.02.2007 16:02

Und sonst gibt es Klinkenmotoren, die sind im Prinzip aufgebaut, wie Fahrraddynamos, laufen jedoch sicher an und immer in die selbe Richtung, da eine Klinke das Gegenteil verhindert. Enthalten in jeder billigen Zeitschaltuhr.

Frequenzumrichter:
- runtertransformieren auf gewünschte Spannung
- gleichrichten, glätten
- Dreieck- oder Sinusgenerator bauen, zwei Komparatoren dran
- Brücke mit den Komparatoren ansteuern
- Spannung notfalls wieder hochtransformieren (230V-Synchronmotor)
- Motor drehen lassen

Die Spannungsverläufe:
[img]http://et.netaction.de/et/bilder/org/1758.png[/img]

So eine gestufte, dem Sinus grob angenäherte, Spannung benutzt man in Wagenburggleichrichtern, weil empfindliche Geräte damit wesentlich besser klar kommen, als mit einem gewöhnlichen Rechteck. Der Wirkungsgrad ist gut, man kann bei kleinen Leistungen ohne Kühlung auskommen, um Fernseher oder Ventilatoren mit einem solchen Umrichter zu betreiben, genügt ein Kühlblech, erst im kW-Bereich braucht es gerippte Kühlkörper.

Die Schaltungstechnik dafür kann ich in den Ferien gern erklären.

Edit 1:
Die Effektivspannung Ueff vom Sinus ist 0,707 der Spitzenspannung Us vom Sinus.
Bei der gestuften Spannung siehts etwas finsterer aus mit der Berechnung. Ich führe die länge t des Impulses ein, negativer und positiver sind zusammen 2t lang. Periodendauer ist T, Impulshöhe H entspricht einer Spitzenspannung.
Ueff=SQRT(H²2t/T)
Sowas nennt man RMS, das rautet nämlich und eine Raute kommt selten allein, was auch immer das bedeuten mag. Wenn man das Tastverhältnis 2t/T so einstellt, dass Us=H, dann funktionieren Trafos und Motoren damit sehr gut. Für Frequenzen unter 45Hz muss das Tastverhältnis für induktive Lasten verkürzt, für ohmsche Lasten beibehalten werden.

Edit 2:
Ich komme auf 2t/T=0,5 und finde das irgendwie bemerkenswert, denn eigentlich sieht man es kommen, und doch ... :-O
- Editiert von Frankynstone am 01.02.2007, 17:01 -
Wer Tippfehler findet, darf sie behalten.

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