! Beschluss Anfertigung von DA's in der Industrie !

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dany
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! Beschluss Anfertigung von DA's in der Industrie !

Beitrag von dany »

Hallo @ all,

für alle die es noch nicht gelesen haben und mit einer Diplomarbeit nach ihrer
Fachpraxis im selben Unternehmen liebäugeln.
Es gibt seit 04.2011 einen Beschluss der Prüfungskomission, der das Anfertigen einer DA im Betrieb untersagt, sofern man im selben Betrieb schon sein Praktikum gemacht hat.
Absolut hirnrissig wie ich finde, da man den Studenten so die Einstiegschance wegnimmt. (siehe pdf, Info2)
http://www.et.tu-dresden.de/etit/upload ... ews-et.pdf

Hat jemand schonmal was nähres zur Begründng dieses Beschlusses erfahren ?

Grüße
Atzen=hirnlose Musik , hör lieber: http://soundcloud.com/daniel-dresden
jcm
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Re: ! Beschluss Anfertigung von DA's in der Industrie !

Beitrag von jcm »

Hast Du alles gelesen?

Die neue Regelung besagt, dass eine Diplomarbeit in der Industrie prinzipiell ausgeschlossen ist - es sei denn es existiert eine vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit (Forschungsprojekt) mit der Fakultät.

Was Du beschrieben hast nur noch 'ne zusätzliche Eingrenzung, dass, wenn ich dann doch extern schreiben kann, das dann aber nicht in der Firma machen darf, in der ich mein Praktikum absolviert hab.

Die Begründungen des Prüfungsamtes sind teilweise haaresträubend und meiner Meinung nach für den AR$CH!!!

Die offizielle Begründung lautet ja (sinngemäß): ... Ausbeutung von Studenten ... :lol: ... zu wenig wissenschaftlicher Bezug :lol: :lol: ... keine ausreichenden Ressourcen für eine gute Betreuung der DA im Betrieb ... schlechte Abschlüsse...

Ich bin der Meinung, der Uni rennen die Leute weg und deswegen diese be$cheuerte Regelung... die Professoren haben jetzt schon zu kämpfen, dass sie genug Leute haben, die ihre Projekte bearbeiten.
Faber
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Re: ! Beschluss Anfertigung von DA's in der Industrie !

Beitrag von Faber »

Lest euch mal den Kommentar zu dem Thema in der BAR News 61 von Prof. Gerlach durch. Ich finde es nachvollziehbar.
jcm
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Re: ! Beschluss Anfertigung von DA's in der Industrie !

Beitrag von jcm »

Das sind genau die Aussagen, die man vom Prüfungsamt bekommt :roll:

Ich lese aber darin nichts, was positiv an einer DA in der Industrie wäre. Vor allem ist es offenbar nicht schlimm, wenn man die DA in einem Betrieb schreibt, der mit der Fakultät einen Vertrag hat... logisch: hat die Uni ja auch was von... finanziell ;) Kann ich auch verstehen...

Was ich völlig überzogen finde, ist die Aussage, dass man sich beim Arbeitsplatzwechsel immer für eine etwaig schlechte DA -Note rechtfertigen müsse: Ja klar, wenn ich mehrere Jahre in einem "Top-Unternehmen" arbeite, dann interessieren zukünftige andere Arbeitgeber bestimmt (vor allem mit zunehmender "Lebens-Beschäftigungszeit") immer meine DA-Note, deren Begründung ggf. 1-2 Sätze beansprucht.

Ich kann das Argument mit den wissenschaftlichen Methoden verstehen, aber dann soll mir doch mal bitte einer erklären, warum ich Monate lang eine Studienarbeit im Umfang einer DA schreiben muss, die dann (eigentlich) nach den selben Maßstäben wie eine DA bewertet werden muss/sollte. Dabei zeigt man doch schon, ob man's verstanden hat, oder nicht? Und die Intention hinter der Studienarbeit steht auch so in der PO!

Ich kann das Argument/Beispiel mit dem Wechsel des Betreuers im Betrieb und der ggf. geänderten Priorisierung verstehen, aber das kann genauso in einem Unternehmen passieren, mit dem die Fakultät ein Forschungsprojekt hat - es sollte keiner so naiv sein und denken, dass ein Unternehmen seine Foschungsschwerpunkte und Prioritäten, ob aus ideellen oder ökonomischen Gründen, nicht über Nacht ändert und plötzlich keine Ressourcen mehr zur Verfügung stellt - alles schon da gewesen!

Und auch ganz tolle Idee, das amerikanische Bildungssystem mit dem deutschen zu vergleichen :roll:
Vielleicht sollten die ja mal ihr Konzept überdenken - und ein Vergleich der Eignung eines in den USA und in D im gleichen Fachgebiet ausgebildeten Studenten für eine bestimmte Stelle würde mich ja mal interessieren (ja ja, MIT-Studenten sind das Maß aller Dinge :P )

Ich kann die Argumente prinzipiell schon verstehen und nachvollziehen, aber es wird sehr verallgemeinert - statt es grundsätzlich zu Untersagen, sollten vielleicht eher Regelungen und Auswahlkriterien (für die Wahl eines Unternehmens) festgelegt werden, die die Studenten unterstützen und auch eine Absicherung für einen erfolgreichen Abschluss der DA liefern - statt dessen zieht man sich gekonnt aus der Affaire und untersagt erstmal prinzipiell die Möglichkeit einer DA in der Industrie. Da könnte man doch z.B. das Ergebnis der SA als Kriterium dafür nehmen, ob dem Studenten eine Bearbeitung der DA nach wissenschaftlichen Standards "zuzutrauen" ist und er das auch in einer Firma machen kann.

Ach und zum Thema die Firmen schreiben: "wir bieten DA an /schreiben aus..." - hab ich so noch nicht gelesen, eher: "...wir bieten Themen für DA an..." Und dann zu schreiben, die Rechtabteilung ist inkompetent und man könnte mit Klagen etc. Geld für die Uni rausholen... Da wären wir dann wohl wieder beim Thema und bei den eigentlichen Gründen (IMHO)... :roll:
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Hans Oberlander
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Re: ! Beschluss Anfertigung von DA's in der Industrie !

Beitrag von Hans Oberlander »

Das regt mich auf. Einige Dinge die Prof. Gerlach da schreibt mögen zwar stimmen, allerdings hat eine DA in einer Firma auch Vorteile. Da wären unter anderem der monetäre Vorteil und vor allem die Referenzen und Kontakte, die man dort erhält. Ich kenne genug Leute die später Stellen gefunden haben über Kontakte während der DA.

Und wenn man seine Diplomarbeit an der Universität schreibt, erhält man dann auch monatliches Entgeld? Soweit mir bekannt ist nicht. Damit ist man halt billige Arbeitskraft für die Uni und der Kooperationspartner, nicht für eine externe Firma.

Und diesen Schwachsinn von wegen Amtsanmaßung und dem Vergleich zur UCLA disqualifizieren ihn und er stellt sich selbst als Dummschwätzer dar. Ho ho ho ich war ein Jahr in der USA in Kalifornien und denke jetzt die ganze Welt gesehen zu haben. In der USA kostet das Semester an solchen Unis auch schnell mal 4000 bis 10000 Dollar. Da haben die Studenten natürlich eine ganz andere Erwartungshaltung und wollen alles vorgekaut bekommen. Und eine Bachelorarbeit schreiben viele Studenten nichtmal, die haben immer kleinere Projekte zwischendrin.

Und eine "entsprechend ausgebildete und gewappnete Rechtsabteilung" sollte sich erstmal um die Probleme einer angeblichen Eliteuniversität kümmern, welche sie natürlich nicht ist. Da gibt es genug Korruption, Mobbing und andere Personalprobleme und noch vieles mehr, um was sich diese Abteilung zuerst kümmern sollte.

Diese neue Regelung finde ich falsch und ich würde mich als Student, der eine DA in einer externen Firma ohne Univertrag schreiben wollte, darum kümmern, dass ich meinen Weg gehen kann. Und Prof. Gerlach hat sich mit seinen Kommentaren selber disqualifiziert. Und so jemand ist Dekan. Naja es werden halt nicht die Besten genommen, sondern die halt überhaupt kommen.
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thodel
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Re: ! Beschluss Anfertigung von DA's in der Industrie !

Beitrag von thodel »

Man sollte aber nicht vergessen, dass es kein neuer Beschluss ist, sondern, wie mir gesagt wurde, ein seit jeher bestehender, der einfach nochmal aufgefrischt wurde. Zudem: Sofern der betreuende Professor deine DA in nem Unternehmen absegnet, welches keine Forschungskooperation mit der TU hat, dann ists doch auch ok und ihr könnte das machen. Prinzipiell ist somit alles beim Alten, es wird aber evtl. schwerer sein sein Diplom in der Industrie absolvieren zu können-kann ich nicht einschätzen.
Auch wenn der Uni Mitarbeiter fehlen, in der Industrie soll es ja gerade auch so sein. Nur, dass die mit Geld werben können. Diese DA-Stellen sollen für FH-leute sein laut Frau Töpfer.
Da unsere lieben Professoren allerdings mehr Erfahrung als wir haben, und abgesehen davon, dass sie uns Studenten hier behalten wollen, kommt die Erkenntnis, dass es vielleicht doch eine gute Entscheidung war, vllt. erst später.
Somit kann ich auch woanders weitere Erfahrungen sammeln, obwohl ich natürlich gern schon ne geplante Zukunft hätte. Für die, die schon wissen, was sie ihr Leben lang machen wollen, ists natürlich ungünstig, aber da hilft nur Prof. bequatschen ;)
Insgesamt finde ich die Aussagen von Prof. Gerlach gut.
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